Dachreinigung mit Drohne: Vorteile, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen
Aktualisiert: 12. Okt.
Eine Dachreinigung beginnt mit einer praktischen Frage: Wie lässt sich die Fläche sicher und effizient erreichen? Bei hohen Gebäuden, geneigten Dachflächen oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten kann bereits die Vorbereitung einen erheblichen Teil des Aufwands ausmachen.
Professionelle Reinigungsdrohnen eröffnen hier eine zusätzliche Möglichkeit. Sie bringen die Reinigungstechnik an die Dachfläche, während die Steuerung vom Boden aus erfolgt. Bei geeigneten Objekten können dadurch Arbeiten auf dem Dach und der Einsatz aufwendiger Zugangstechnik reduziert werden.
Entscheidend ist eine sorgfältige Planung: Dachmaterial, Gebäudezustand, Umgebung und Reinigungsverfahren müssen zusammenpassen.
Wie funktioniert eine Dachreinigung mit Drohne?
Eine Reinigungsdrohne ist ein speziell ausgestattetes Arbeitsgerät. Bei schlauchversorgten Systemen trägt sie die Sprüheinrichtung. Wasser beziehungsweise die vorgesehene Reinigungslösung wird von einer Anlage am Boden über einen Schlauch zugeführt. Der Hersteller Lucid Bots beschreibt dieses Prinzip beispielsweise für sein Sherpa-System. Die konkrete Ausstattung unterscheidet sich je nach Hersteller und Einsatzbereich.
Während des Einsatzes führt der Pilot die Drohne entlang der vorgesehenen Arbeitsbereiche. Das Reinigungsergebnis hängt dabei vom gesamten Verfahren ab: Materialverträglichkeit, Sprühbild, Abstand, Druck, Wassermenge und gegebenenfalls eingesetzte Reinigungsmittel müssen aufeinander abgestimmt sein.
Die Drohne übernimmt vor allem eine wichtige Aufgabe: Sie ermöglicht den Zugang zur Oberfläche aus der Luft.
Der wichtigste Vorteil: weniger Arbeit auf dem Dach
Arbeiten auf Dachflächen erfordern besondere Schutzmaßnahmen. Neben der Absturzgefahr müssen auch mögliche Durchsturzstellen berücksichtigt werden, beispielsweise Lichtbänder oder nicht ausreichend tragfähige Bereiche. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist ausdrücklich auf diese Gefahren hin. Quelle: DGUV
Wenn eine Reinigung vom Boden aus gesteuert werden kann und das Dach dafür nicht betreten werden muss, entfällt für diesen Arbeitsschritt die Exposition von Beschäftigten auf der Dachfläche.
Daraus ergibt sich ein wesentlicher Vorteil der Drohnentechnik: Sie kann den Bedarf an Arbeiten in der Höhe reduzieren. Voraussetzung bleibt ein abgesicherter Einsatzbereich, denn auch ein Drohnenbetrieb bringt eigene Anforderungen an die Sicherheit mit sich.
Weniger Belastung durch das Begehen der Eindeckung
Das Betreten eines Daches stellt zusätzliche Anforderungen an die Eindeckung und an die Personen, die darauf arbeiten. Bei einer Reinigung aus der Luft entstehen auf den behandelten Bereichen keine Trittbelastungen durch Reinigungspersonal.
Dieser Vorteil betrifft den Zugang zur Fläche. Die Verträglichkeit der Reinigung selbst muss weiterhin geprüft werden. Auch eine berührungslose Anwendung kann eine ungeeignete Oberfläche durch falschen Druck oder ein ungeeignetes Mittel beeinträchtigen.
Für Eigentümer ist deshalb beides wichtig: ein möglichst schonender Zugang und ein zum Dach passendes Reinigungsverfahren.
Gerüst und Hubsteiger können teilweise entfallen
Bei einem geeigneten Gebäude kann die Drohne Reinigungsbereiche erreichen, für die sonst ein Gerüst oder eine Hubarbeitsbühne vorgesehen wäre. Das bietet die Möglichkeit, Aufstellflächen, Aufbauarbeiten und Einschränkungen rund um das Gebäude zu reduzieren.
Besonders interessant ist das bei Objekten, an denen die herkömmliche Erschließung der Dachfläche aufwendig wäre. Ob Zugangstechnik tatsächlich entfallen kann, ergibt sich jedoch erst aus der Objektplanung.
Dachrinnen, verdeckte Bereiche oder notwendige Reparaturen können zusätzliche Arbeiten erfordern. Ein gutes Konzept benennt deshalb klar, welche Flächen die Drohne bearbeitet und welche Leistungen ergänzend ausgeführt werden müssen.
Wann kann die Drohne wirtschaftliche Vorteile bieten?
Für den Kostenvergleich sollte der gesamte Auftrag betrachtet werden. Neben der eigentlichen Reinigung zählen dazu:
Vorbereitung und Absicherung des Arbeitsbereichs
Anfahrt und Einrichtung der Technik
erforderliche Gerüste oder Hubarbeitsbühnen
Personal- und Arbeitszeit
Schutz angrenzender Flächen und Bauteile
Nacharbeiten und Dokumentation
Wenn die Drohne den Aufwand für den Zugang deutlich verringert, kann sich daraus ein wirtschaftlicher Vorteil ergeben. Bei kleinen, leicht erreichbaren Dachflächen fällt dieser Vorteil möglicherweise geringer aus.
Eine pauschale Aussage wie „Drohnenreinigung ist immer günstiger“ wäre deshalb nicht belastbar. Aussagekräftig ist ein Vergleich der vollständigen Leistungen am konkreten Gebäude.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Vor einem Einsatz sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:
Dachmaterial und Zustand: Die Oberfläche muss für das vorgesehene Verfahren geeignet sein. Beschädigungen und unklare Materialien sind vorab zu klären.
Dachform und Einbauten: Gauben, Dachfenster, Solaranlagen, Schornsteine und andere Hindernisse beeinflussen die Arbeitsplanung.
Umgebung: Nachbargrundstücke, öffentliche Wege, Verkehrsflächen und Personen im Umfeld müssen berücksichtigt werden.
Wetter: Wind, Niederschlag und Temperatur können Flugführung, Sprühbild und die Anwendung von Reinigungsmitteln beeinflussen. Maßgeblich sind die Einsatzgrenzen des Systems und des Verfahrens.
Flugbetrieb: Die luftrechtlichen Voraussetzungen müssen für den konkreten Einsatz erfüllt sein. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA unterscheidet Drohnenoperationen nach ihrem Risiko und den jeweils geltenden Anforderungen. Quelle: EASA
Was eine Drohne nicht ersetzt
Eine Reinigungsdrohne kann Oberflächen erreichen und behandeln. Sie ersetzt keine Reparatur beschädigter Dachziegel, keine Abdichtung und keine Sanierung.
Ebenso ist „mit Drohne“ keine automatische Umweltbewertung. Wasserverbrauch, eingesetzte Mittel, Sprühverluste und der Umgang mit Reinigungswasser müssen unabhängig von der Zugangstechnik betrachtet werden.
Eine professionelle Planung beschreibt deshalb sowohl die Vorteile der Drohne als auch die erforderlichen ergänzenden Maßnahmen.
Für welche Eigentümer ist das Verfahren interessant?
Eine Prüfung lohnt sich besonders dann, wenn die Dachflächen schwer erreichbar sind oder herkömmliche Zugangstechnik einen erheblichen Aufwand verursachen würde. Das kann Wohngebäude ebenso betreffen wie gewerbliche Immobilien.
Die Stärke der Drohne liegt in der Verbindung aus Zugang aus der Luft und Steuerung vom Boden. Bei passenden Voraussetzungen kann daraus ein effizienter Arbeitsablauf mit weniger Dachbegehungen und geringerem Aufwand für Zugangstechnik entstehen.
Sie möchten wissen, ob eine Dachreinigung mit Drohne für Ihr Gebäude infrage kommt? Senden Sie FlyClean Germany Fotos der Dachflächen sowie Angaben zu Standort, Dachmaterial, ungefährem Alter und vorhandenen Einbauten. Diese Informationen bilden die Grundlage für die weitere Abstimmung Ihres Projekts.



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